Erster Blogbeitrag

Ich kann mich noch gut daran erinnern,  wie wir nach der Schule auf unserem Heimweg durch die Wiesen strichen und auf der Suche nach den schönsten Blumen waren, die wir für unsere Mutter finden konnten.

Heute muss ich schmunzeln, dass ich damals schon mit Heilkräutern in Berührung kam, ohne ihre Wirkungen und Heilkräften zu kennen. Ich sehe sie jetzt nicht mehr als kleine Farbtupfer in der Wiese oder Dekorationsartikel für meine Eltern – NEIN – sie sind viel mehr!

Ich kenne einige Personen die durch Gärtnereien gehen um irgendwelche Pflanzen zu kaufen, als würden sie eine Tapete auswählen. Wenn sie wüssten, dass vor 100 Jahren diese noch Apotheke, Supermarkt, Baumarkt oder Grundstoff für viele Spirituosen für uns wären. Wir haben in unserer Kultur diesen Blick auf die Pflanzen in unserer nächsten Umgebung verloren und die Betonung liegt auf unsere Kultur ! Innerhalb von weniger Generationen haben wir im Westen sämtliche vielfältige Verwendungsmöglichkeiten von Kräutern vergessen. Der Witz daran ist, dass wir uns in allen Perspektiven unseres Überlebens nach wie vor auf Kräuter verlassen – ohne das uns das klar ist. Sollten wir denken das Kräuter oder Pflanzen uns nur den Sauerstoff zum Atmen liefern, als Nahrung oder zur Stabilisierung unseres Klimas auf Mutter Erde dienen, dann liegen wir definitiv falsch! Sie sind die Grundlagen für viele unserer Medikamenten und Diese bestehen fast zur Hälfte aus ehemals natürlicher Herkunft.

Ich, als Diplom Kräuterpädagoge, sehe die Kräuter nicht nur als Pflanzen, sondern als Chemilabor, die das Leben erst möglich gemacht haben. Wenn ich durch die Wiesen und Felder unseren schönen Alpen gehe, fühle ich mich wie in einer Apotheke. Hier ein Blatt einer der giftigsten Pflanze, dort wächst eine Engelwurz, die früher zum Schutz bei der Pestbekämpfung eingesetzt wurde und da ein Unkraut an der Hausmauer, das momentan auf die Wirksamkeit zur Behandlung gegen Alzheimer geprüft wird. Die Einsatzmöglichkeiten im medizinischen Bereich der Pflanze in unserer Umgebung zu kennen, ist keine übernatürliche Fähigkeit. Wir besaßen Sie noch bis vor einigen Jahrzehnten – jede andere Kultur besitzt sie nach wie vor.

Ein großer Teil des alten Heilkräuterwissens ist weder Zauberei oder Altweibergeschwätz, das sich mit Wissenschaft widerlegen würde – NEIN – die moderne westliche Schulmedizin verdankt einige ihrer wichtigsten Medikamenten wie Penicillin, Aspirin oder auch Morphium der traditionellen pflanzlichen Heilmitteln. Dadurch ist bewiesen, dass diese natürlichen Heilmittel nicht so weit von der konventionellen Medizin entfernt sind, wie allgemein angenommen. In der Bevölkerung steigt seit einigen Jahren das Interesse an der Behandlung von Alltagsleiden mit „Omas Hausmittelchen“. Viele Menschen denken, dass pflanzliche Heilmittel natürlicher und somit nicht schädlich für den menschlichen Körper sind, wie chemisch hergestellte Medikamente. Jedoch könnte man akute oder chronische Leiden, die mit der Schulmedizin schwer zu behandeln sind, lindern. Die Praxis ist allerdings ein wenig komplizierter, als die oben genannte Theorie. Bis ins 20. Jahrhundert waren wiesen und Felder die einzig greifbare Medizin. Krankheiten wurden mit Kräutern und anderen Heilpflanzen behandelt, allerdings wurde dieses Wissen von Generation zu Generation weitergegeben und deswegen sollte man sich nicht nur auf diese Wirksamkeit verlassen. Bespreche mit deinem Hausarzt zuerst was du für ein leiden hast, wie man es behandelt und wie du diese Behandlung mit Kräutern unterstützen kannst. Pflanzen sind sehr machtvoll! Sie bringen uns nicht nur das Leben, sondern können es auch nehmen! Ernte nur was du kennst und ziehe stets ein Pflanzenbestimmungsbuch zu Rate. Lass lieber die Finger davon, wenn du dir nicht sicher bist. Es gibt auf der Welt tausende zu medizinische Zwecke verwendbare Pflanzen und oft werden wir mit neuen „Wundermitteln“ bombardiert. Wie soll man wissen wie diese Pflanzen wirken und welche man davon wo findet? Wie kann ich diese Pflanzen in den Alltag einbauen? Dieser Blog liefert dir die Antworten hierzu. Er ist der rote Faden, der dir hilft, sich die verschiedenen Wirkungen der Pflanzen zu nutzte zu machen. Wie baut man geeignete Pflanzen an und erntet diese? Wie macht man sie zu einfachen, jedoch wirksamen Heilmittel gegen allerlei Beschwerden des alltäglichen Lebens?

Die meisten Kräuter kannst du in deinem Garten ziehen, aber es sind auch ein paar anspruchsvolle Exemplare angeführt, die du nur in der freiern Natur finden kannst. Du kannst sie in der Natur ernten oder kannst auch Öle, Extrakte oder getrocknete Kräuter in der Apotheke kaufen oder übers Internet bestellen. Sicherheit steht an erster Stelle, wenn du mit Heilkräutern arbeitest. Diagnostiziere nie eine Krankheit und verordne keine Hilfsmittel dir oder bei einem Anderen! Hole dir ärztlichen Rat und unterstütze höchstens eine vom Arzt diagnostiziertes Leiden. Vor allem solltest du dies bei chronischen Krankheiten oder bei Frauen, die sich in einer Schwangerschaft befinden, beachten! Sollte es Unklarheiten bei Allergien bestehen, dann mach unbedingt einen 24 Stunden Hauttest vor der Anwendung. Ich möchte nochmals erwähnen, dass es genauso wichtig ist die Pflanzen exakt zu bestimmen. Manche Pflanzen können mit einer Heilpflanze eng verwandt sein, jedoch äußerst giftig sein oder sogar eine tödliche Wirkung haben.

Es ist eine spannende Aufgabe, mit selbst gemachten Heilmitteln die Gesundheit von Familie und Freunde zu unterstützen. Mit deinen Mitmenschen die Kultur, die Ernte und die Nähe zur Natur näher zu bringen, befriedigt zutiefst. Wir haben heute den Vorteil, das Beste aus der Schulmedizin und der Volksmedizin erhalten zu können, gemeinsam. Stell dir die moderne Medizin als kantigen Stein vor, der extrem effektiv schwere Leiden behandelt, aber die pflanzliche Heilmittel die den Stein umhüllen und ihn als Kugel erscheinen lässt. Diese Kugel schafft auf sanfte Art und weise eine Möglichkeit kleine Alltagsbeschwerden zu lindern und uns gesund erhalten zu können. Glaube mir, dein Garten wird dein neues Zuhause.

Euer Christoph / dieKräuterküche

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