Apotheke im Grünen – EINFACH VERRÜCKT

Ich Träume sehr oft davon meinen Garten voll mit Kräutern zu haben und bin dabei sehr glücklich, dass ich sie in großen Mengen ernten kann und direkt vor der Nase habe. Beim kochen geht nichts ohne frische Kräuter. Ich teile sie in zwei Gruppen: die athletischen und die zarten Kräuter. Zumindest die athletischen Arten kann man gut selbst ziehen.

Frische Kräuter

Athletische Kräuter

Man muss kein Gärtner sein! Ich ziehe jetzt schon seit einigen Jahren Lorbeer, Rosmarin, verschiedene Thymian- und Salbeisorten, Oregano, Majoran und Minze in Töpfen und Blumenkästen und kann dir versichern – es ist kinderleicht und auch erstaunlich preiswert. Für ungefähr 20 Euro kann man sich eine schöne Auswahl mit ganz unterschiedlichen Inhaltsstoffen und Aromen zusammenstellen – frisch ernten, was man gerade möchte und braucht. Es spielt dabei auch keine Rolle wie viel Platz du hast oder wo du wohnst. Ich lebe mittlerweile in einer kleinen Wohnung, selbst da komme ich mit Blumenkästen gut zurecht und stehen da auch meist auf der Fensterbank.

  • Anzucht aus Samen

Mit guter biologischer Erde eine Saatschale füllen und die Samen einfach darauf streuen. Diese stellst du an einen sonnigen, warmen Platz und gießt sie regelmäßig. Sind die Sämlinge ungefähr 2,5 cm hoch, werden sie in kleine Töpfe gepflanzt.

  • Umpflanzen in kleine Töpfe

Der beste Ort ist klarerweise ein Gewächshaus, um die kleinen Schätze aufzupäppeln. Jedoch tut es ein Südfenster auch. Sie brauchen sonst nur eine gute Erde und sollten die Pflanzen regelmäßig alle zwei Tage gießen, jedoch auf Staunässe achten. Du wirst sehen – es dauert nicht lange und schon sind die Kräuter kräftig genug, um an die frische Luft zu ziehen.

  • Ins Freie setzen

Du willst Kräuter im Garten ziehen? Du kannst entweder Jungpflanzen kaufen (es lohnt sich hier diese in der Gärtnerei zu kaufen) oder die nehmen, die du selbst aus Samen herangezogen hast. Man nimmt sie aus ihrem Topf und setzt sie in ein Beet, Kräuterspirale, Blumenkasten oder auch in Terrakottatöpfe. Zuerst gibst du in das Pflanzenloch eine Lage Steine und dann erst folgt eine Schicht guter Bio-Erde, auf die man die Pflanze setzt – überschüssiges Wasser kann hier gut ablaufen. Je mehr Platz eine Pflanze hat, desto größer wird sie. Ich Pflanze meist größere, kräftigere Arten wie Lorbeer, Salbei und Rosmarin um dem Arrangement oder Beet Struktur zu geben. Die Lücken fülle ich dann mit Majoran, Oregano und Thymian – die drei eignen sich perfekt für diesen Zweck. Minze hingegen wuchert wie verrückt und sollte am besten in einem Topf gezogen werden. Solltest du den Eindruck haben, deine Kräuter wären aus ihrem bisherigen Standort im Garten oder Topf herausgewachsen, so können Sie diese jederzeit umsetzen.img_4555

  • Ernten und vor Schädlingen schützen

Du solltest stets die jungen Triebe ernten, so regst du die Pflanze zu mehr und dichterem Wachstum an. Minze und Oregano sterben bei Kälte meist ab, treiben aber, sobald im Frühjahr die Temperaturen steigen, wieder aus. Schafgarbe und Kamille halten, wenn sie in der Nachbarschaft wachsen, die Kräuter in Ihrer Umgebung gesund. Schnecken lassen sich abhalten, wenn am Beetrand Sägespäne ausgestreut werden oder Töpfe mit Vaseline einstreicht. Du löst Geschirrspülmittel in Wasser auf und sprühst die Kräuter gleich damit ein, falls du Blattläuse entdeckst. (vor Gebrauch gut und gründlich abwaschen)

Zarte Kräuter

Ich hatte ehrlich gesagt, noch nie Glück mit zarten Kräutern wie Petersilie, Koriander, Basilikum oder Estragon, die nur einen Sommer halten im Topf zu ziehen. Als ich noch auf dem elterlichen Bauernhof  lebte, fühlten sie sich im Kräutergarten am wohlsten an einem geschützten, hellen Platz mit nährstoffreichen Boden.

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Meisterwurz

Getrocknete Kräuter

Zwei klassische Situationen

  1. Es geht den Kräutern im Garten und Töpfen dermaßen gut, dass sie außer Rand und Band geraten. Bevor sie jedoch ihre Nachbaren ersticken, musst du einfach radikal eingreifen und sie zurechtstutzen. Die angeschnittenen Stängel und Zweige bündle ich und hänge sie kopfüber an einem trockenen, warmen Platz auf, etwa in der Nähe wärmer Rohrleitungen oder überm Herd.
  2. Ich habe wieder mal zu viele Kräuter gekauft und nur die Hälfte gebraucht. In den nächsten ein, zwei Tagen werde ich aber wohl nicht kochen. Also breite ich die restlichen Kräuter auf einem Tablett aus und stelle sie an einen warmen Platz, zum Beispiel neben eine Heizung, die etwas Wärme abgibt. Zarte Kräuter brauchen eventuell nur einen Tag, andere bis zu einer Woche, um richtig zu trocknen. Im Vergleich mit den oft sägemehl-ähnlichen Produkten, die es gebrauchsfertig in Dosen oder beiteln zu kaufen gibt, haben selbst getrocknete Kräuter in puncto Aroma und Beschaffenheit entschieden mehr zu bieten. Wenn sie komplett ausgedörrt sind, kann man sie in einem luftdicht verschlossenen Behälter monatelang aufbewahren.
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Pesto Zubereitung

Aus eigenem Anbau

Falls du nur einen Balkon oder eine Terrasse besitzt, kannst du dir dennoch eine kleine Oase mit einer Vielzahl an Heilpflanzen in Töpfen und Kästen schaffen. Ein Feigenbaum wächst auch in einem ausreichend großen Topf. Es ist für ihn auch gut, wenn sein Wurzelwachstum begrenzt wird, umso größere Früchte schenkt er dir.

In Töpfen ziehen:

  • Die meisten kleinen Kräutern, z.B.: Kümmel, Dill, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Petersilie und Salbei.
  • Obst und Gemüse, z.B.: Blaubeeren, Preiselbeeren, Goji-Beeren, Peperoni, Knoblauch, Brunnenkresse und Weizen.
  • Kräuter mit auffälligen Blüten, z.B.: Lavendel, Ringelblume, Kapuzinerkresse und Duft-Pelargonien.
  • Wurzellieferanten wie Ingwer und Meerrettich.
  • Kleine Bäume wie Feige, solang der Topf groß genug ist.

Die Trockenheit ist die größte Gefahr für Topfpflanzen. Bei Terrakotta-Töpfen kann durch die poröse Struktur schnell die Erde an Feuchtigkeit verlieren, daher solltest du deine Topfpflanzen und der Wachstumszeit regelmäßig düngen und wässern. Die Pflanzen dürfen auch im Winter draußen bleiben. Jedoch sollte man hier auch darauf achten, dass sie nicht austrocknen. Frostfeste Gefäße sind zudem wichtig, da sie im Winter nicht bersten und die Wurzeln deiner Schützlingen der Eiseskälte ausgesetzt sind.

Viel Spaß

euer Christoph / dieKräuterküche

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