Meisterwurz – Peucedanum ostruthium syn. Imerperatoria ostruthium L.

Die Meisterwurz gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae), ist mehrjährig und wird bis zu 60 cm hoch. Das Kraut ist eine Gebirgspflanze und wächst gern auf feuchtem Boden in der Sonne, aber auch im Halbschatten findet man sie. Die Samen sät man am besten schon im November aus, da die Meisterwurz ein Kaltkeimer ist und daher eine gewisse Kältephase braucht um zu keimen. Das Kraut kann auch im Herbst geteilt und somit vermehrt werden. Die Pflanze blüht von Juli bis August und man verwendet die Blätter und die Wurzeln. Es ist aber zu beachten, dass die Blätter vor der Blüte und die Wurzeln im Frühjahr oder im Herbst gesammelt werden.

Im Meisterwurz sind unter anderem enthalten, Cumarinderivate, Öle, Fette, ätherische Öle, Harze, Terpene und Gerbstoffe. Dem Kraut werden folgende Eigenschaften zugeschrieben: Beruhigend, schmerzstillend, Magnesiums auf, appetit- und menstruationsfördernd, harn- und schweißtreibend, milchfördernd, potenzstärkend, krebshemmend, hautreinigend und blutdrucksenkend.

Magisches

Ein Gemisch aus Salz, Meisterwurz und Knoblauch gibt man Kühen zum fressen, um sie zu beruhigen. Sie ist auch Bestandteil von Hexenpulvern und wird verräuchert. Die frische Wurzel vertreibt auch Kopf- und Zahnschmerzen. Paracelsus trug ein Amulett aus Meisterwurz stets bei sich, um sich vor einem Schlaganfall und der Pest zu schützen. Die Wurzel wurde bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts als Heilmittel verehrt, besonders im Kampf gegen Krebs.

 

Sie taugt gegen Fieber. Wer Fieber, welcher Art es auch sei, hat, der nehme Meisterwurz und zerstoße sie und gebe einen halben Becher Wein darüber, bis über die obersten Stücke. So lasse er über Nacht ziehen und gieße am Morgen wiederum Wein darüber und davon trinke er auf nüchternen Magen während drei oder fünf Tagen und er wird geheilt werden. Hildegard von Bingen

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Quelle: steinundkraut.de

Anwendungen

In der Volksmedizin werden die Eigenschaften des Meisterwurzs nach wie vor noch hoch geachtet. Sie wird besonders als Leber-, Magen- und Gallenmittel eingesetzt und somit ist auch verständlich warum man sie auch bei Infektionen einsetzt. Noch vor 500 Jahren schützte man sich mit der Pflanze vor Seuchen und der Pest, wobei sie heute im Kampf gegen Bakterien und Grippevieren eingesetzt wird. Wenn man sich Krank fühlt, ist meist ein Tee aus dem Kraut ein zuverlässiges Mittel zur Unterstützung der Selbstheilung.

Bei Zahnfleischbluten betupft man mit einer Meisterwurz-Tinktur auf die betroffene Stelle. Um Eiter aus einer Wunde zu ziehen, gibt man einen Brei von der Wurzel darauf. Dies schützt auch vor einer drohenden Blutvergiftung und ist ein gutes Erste-Hilfe-Mittel. ABER: Ich möchte mit dem letzten Absatz lediglich die besondere Wirkung des Krautes zeigen und bin kein Arzt, wenn dann sind solche „Hausmittel“ immer mit deinem Hausarzt absprechen und höchstens eine Unterstützung sein.

Die Blätter kann man, wie Petersilie, als Gewürz in der Küche einsetzen. Die Blätter passen in klare Suppen, in Salaten und als Basilikumersatz in Pastagerichten. Besonders lecker finde ich, wenn man die frischen Blätter in Knödel gibt. Die Wurzel verwendet man einfach als Pfefferersatz, hierzu reibt man mit einer Muskatreibe die Wurzel über das Essen.

Viel Spaß

euer Christoph / dieKräuterküche

 

Quellen:

Zitat Hildegard von Bingen und inhaltliche Quellen: „Die Kräuter in meinem Garten“, Seite 478, Autoren Siegrid Hirsch & Felix Grünberger,  Verlag Freya, 1996

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